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01.07.2010 ein Land in Finanzproblemen
wir erlebten Griechenland in den verschiedenen Regionen ganz unterschiedlich Krise in Griechenland??? Wir radelten durch den Nordosten und staunten nur noch über die riesigen Villen in wunderschönen Gärten voller farbiger Blumen. Auch wenn wir ganz selten die klassischen weissen griechischen Häuser sahen, die Gebäude haben Stil und sind gepflegt. Zumindest vom Fahrradsattel  aus  bemerkten  wir überhaupt keine Zeichen einer Finanzkrise.
Mehr per Zufall als geplant, stolperten wir in Vergina über das Grab von Philipp II, dem Vater von Alexander dem Grossen. Nach unzähligen Besuchen in schmuddeligen Museen mit  schlechten Erklärungen, war dieses  Museum  absolute Spitzenklasse, wie übrigens noch  viele  weitere  Museen in Griechenland. Erstaunlich die Menge Aufsichtspersonal! Schon im Kassenhäuschen drängten sich mehrere Eintrittskartenverkäufer neben einer Kasse, und in den Schauräumen befanden sich fast mehr Aufpasser als Ausstellungsgegenobjekte...
An der eher locker  besiedelten  Küste im Norden radelten wir oft durch grosse Olivenhaine. Je weiter wir ins Landesinnere kamen, desto mehr Fruchtplantagen waren zu sehen. Pfirsiche, Nektarinen, riesige Kirschen... es fiel uns leicht einen geeigneten Zeltplatz zu finden, denn unter den Bäumen war meistens gemäht und wir hatten einen flachen Platz mit Selbstbedienungsladen! Wieso unter den Bäumen das Gras kurz gehalten wird, wurde uns bald einmal klar. Griechenland ist voller Schlangen, auch wenn diese ungiftig sein sollen, suchten wir nicht nach Begegnungen mit  ihnen.  Die meisten sahen wir  tot auf der Strasse, doch mehrmals begegneten wir  auch  lebendigen. Eines Abends im Zelt bewegte sich  neben meiner Isoliermatte mein Pullover! Ich schlug etwas davon entfernt auf den Boden  und ... schwups, zischte die Schlange unter dem Zeltboden hervor davon. Ungemütlich,... doch schlafen konnten wir trotzdem.
Athen erreichten wir von der Rückseite her über eine Bergkette. Die  Nacht bevor wir eintauchten, verbrachten wir hoch oben in den Hügeln mit Blick aufs Lichtermeer der Millionenstadt. Am Abend machten wir Bekanntschaft mit Fredi, einem 15 jährigen albanischen Hirtenjungen der auf gut 60 Schafe aufpasst, weit weg von seiner Familie und seiner Heimat. Seine Lage stimmte uns nachdenklich, obwohl er ziemlich glücklich schien. Während den nächsten drei Tagen in der Grossstadt Athen schwenkten unsere Gedanken immer wieder zu Fredi ab. Wir übernachteten in der Jugendherberge, die nicht all zu weit vom Stadtzentrum liegt, jedoch ausserhalb der Zone welche für die Touristen sauber gehalten wird. Überall liegen gebrauchte Spritzen herum, hinter den parkierten Autos sitzen bedauernswerte Gestalten die sich einen Schuss setzen... Es  ist auch der Ort, wo die afrikanischen Strassenhändler ihre Waren  abholen um diese dann illegal in der Innenstadt zu verkaufen, immer die Polizei fürchtend. Die meisten sind wohl hier gestrandet auf der Flucht in die reicheren EU Länder. Ganze Gruppen lungern an jeder Ecke herum, riefen uns Unverständliches  hinterher. Auf der ganzen Reise hatten wir uns  nie so ungemütlich gefühlt wie dort. Wir verliessen Athen so schnell wie möglich, mit dem  Bewusstsein, dass Fredi am schönsten Ort der Hauptstadt Griechenlands lebt!
Zwei Tage verbrachten wir an den Stränden  von etwas weniger bekannten Inseln, radelten dann durch die Hügel des Peloponnes, durch alte  Bergdörfer  mit  den typischen Steinhäusern,  durch grüne Wälder, via Mykene und Olympia nach Patras. Das Schiff nach Italien bestiegen wir unter den Blicken von Afrikanern, die,  einer neben dem anderen, am hohen Maschendrahtzaun hingen und sehnsüchtig auf eine Gelegenheit warteten, irgendwie weiter nach Westeuropa zu kommen...

 
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